„Durchgecheckt“ im Tagesspiegel Checkpoint

Das Interview führte Laura Hofman.

Auszüge aus dem Interview, das ihr hier nachlesen könnt.

Der Sozialdemokrat und selbsternannte Intellektuelle Nils Heisterhagen hat auf Twitter gewarnt, dass in der SPD „gerade endgültig die Social-Media-Linke“ übernehme, „die weder von Strategie noch Inhalten eine Ahnung hat“. Fühlen Sie sich da angesprochen?
Ganz ehrlich: Irgendwelche Dudes, die mir erklären, dass ich keine Ahnung habe – die kenne ich, seit ich arbeite und seit ich im Internet bin. Das macht mir nichts mehr.

Für die Kommunikation der SPD versprechen Sie „keine Zitatkacheln, keine Parteisprache, keine Klickbaits“. Warum?
Weil ich glaube, dass sich in den vergangenen Jahren im Netz wahnsinnig viel verändert hat. Als ich angefangen habe, als Social-Media-Redakteurin zu arbeiten, sind Menschen noch gerne Institutionen gefolgt oder Parteien, weil die vorher nicht auf diesen Plattformen waren. Da hat man mit Zitat-Kacheln herumprobiert und irgendwann Videos gemacht und so weiter. Aber in den vergangenen Jahren ist das Netz wahnsinnig voll geworden. Ich glaube, der Peak ist wirklich überschritten. Menschen wollen wieder Menschen folgen und Menschen zuhören, die nicht Parteisprache sprechen. Darauf haben auch Plattformen wie Facebook reagiert, die jetzt wieder die persönliche Kommunikation fördern. Genau da müssen wir mitgehen. Und diese Zitatkacheln, über die ich immer so schimpfe, die schreien ja quasi: Das habe ich nicht selbst gesagt, sondern das ist ein ausgewählter, abgestimmter Satz, den dann irgendein Team auf eine Kachel geschrieben hat. Kein Mensch glaubt doch, dass das echt ist. Wir probieren deshalb jetzt direktere Kommunikation über Telegram aus, mit neuen Formaten wie Podcasts, und Sachen, die Leute wirklich gerne lesen, hören oder sehen wollen.

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