Ey Neukölln, ich mag dich. Für immer. – Eine Liebeserklärung

Neukölln, my love
Ich mag Neukölln. Mir bleibt allerdings auch gar nichts anderes übrig, ich wohne nämlich hier. Mitten auf der Sonnenallee.

Ich wohne in perfekter und symbolträchtiger Lage: zwischen arabischen Brautmoden und islamischen Bestattungen. Zwei Häuser weiter: Der Späti, der noch nie geschlossen hatte. Sein Besitzer versteckt Waffen in einer leeren Obstkiste und hat mir versprochen, mich im Zweifelsfalle rauszuhauen. Drei Häuser weiter: eine Eckbar namens „Tiger“. Stammpublikum: Alkoholiker und Flaschensammler. „Bottle-Boris“ und ich begrüßen uns inzwischen mit Handschlag.

Man kenn sich im Kiez. Klare Sache. Gute Sache.

Eigentlich bin ich – als Rheinländerin – nur aus einem einzigen Grund hergezogen.


Und ich mag die Prioritäten hier. Irgendwas zwischen Sarkasmus und scheißegal.

In Neukölln lässt man sich halt nicht so schnell aus der Ruhe bringen.


Es sei denn, es geht um putzige Girlanden vor dem Bio-Café. Das geht
zu weit. 

Aber eigentlich darf in Neukölln jeder so sein, wie er ist. Ganz schön eigentlich.

Und natürlich gibt es Helden. Ehrlich. Superman, Heman und bestechliche BVG-Kontrolleure. Alles dabei.

HeMan

BVG-Man

Superman


Zugegeben: Manchmal hat Neukölln so richtig schlechte Laune.

 

Berlin ist in Frühlingsstimmung.

 

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Und mit dem Charme klappt es auch nicht immer.


Genau wie mit dem Flirten. 


Dafür sind sie höflich, die Neuköllner, da kann man nicht meckern.

Und sie sind wahnsinnig lösungsorientiert. 

Selbstverständlich sind Neuköllner auch politisch.


Die CDU finden jedenfalls alle scheiße.


Den Abhörskandal natürlich auch.


Liebe dagegen finden Neuköllner super.


Und Kunst. Beziehungsweise: Installtationen. Beziehungsweise: Kann das weg?


Egal, was es ist: Man muss nie den Sperrmüll rufen.


Neuköllner helfen sich eben gegenseitig. Auch beim Traurigsein.


Und wenn die Sonne wieder aufgeht, wird alles gut.


Neukölln, ich mag dich. Für immer.

Neukölle du bes e Jeföhl.

Ein von mohrenpost (@mohrenpost) gepostetes Foto am

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Welch schöne Hommage an die Wahlheimat. Mein Favorit ist das Lieblingscafe, echt erst um 11:00? Zum Vergleich – ich musste frustriert festellen, dass man in meinem Ort um 4:00 auf dem Weg zur Arbeit die Tanke noch zu hat. Alles Langschläfer….
    Bei dieser Art von entgegengesetztem Schlaf-Wach-Rhythmus könnte man eine WG führen ohne sich jemals zu Gesicht zu bekommen.

    Schöne Vorweihnachtszeitüberdiefeiertageinsneuejahrwünsche nach Neukölln.

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