Mein Vater ist 80 Jahre alt und hatte ein Date. Ich war dabei und es war zauberhaft

Mein Vater ist  80 Jahre alt und ziemlich großartig. Hier zum Beispiel erzählt er, wie er 1952 aus einer Zinkbadewanne ein Segelboot gebaut hat. Und hier hat er 2015 im Video erzählt, warum Flüchtlinge in Deutschland verdammt nochmal willkommen sein sollten.

Seit ein paar Monaten arbeitet in dem Café unter seinem Haus eine ältere Dame, die ihm gut gefällt. Sehr gut sogar. Als ich Papa zu Weihnachten ein Spiegel-Abo schenkte, wollte er das Geld lieber in bar haben. Damit er den Spiegel in ihrem Café kaufen kann.

Gestern hat er die Dame zum Abendessen eingeladen und ich sollte dabei sein. Ich habe mitgeschrieben. Weil ich es schön finde, dass ein richtiges Date mit 80 Jahren noch genauso aufregend, verunsichernd und zauberhaft ist, wie alle Dates dieser Welt es sein sollten. Looking at you, tinder-Kids! Natürlich habe ich ihn gefragt, ob ich das aufschreiben darf. Und vielleicht heißt Gülistan in Wirklichkeit ganz anders. Weiterlesen →

Konfetti und Glitzerpapier

Herzliche Grüße vom hübschen Fuchs soll ich ausrichten.

Seid netter zu Menschen, die es verdienen, sagt sie. Lasst euch nicht irre machen von Arschlöchern. Ihr sollt öfter küssen, wenn ihr es könnt! Und weniger müssen, wenn ihr nicht wollt. Lacht laut, auch wenn ihr alleine seid. Tanzt peinlich, auch wenn jemand dabei ist. Trinkt keinen billigen Fusel und wartet nicht auf den richtigen Moment, brennt, rennt, flennt, fasst euch das verdammte Herz und schmeißt es in die Luft wie Konfetti oder Glitzerpapier. Was soll schon passieren, wir sind alle zum letzten Mal hier.

Sagt der Fuchs. Kluger Fuchs. Fröhliche Weihnachten!

Roadtrip durch Italien – Girlpower, Kotfontänen und viel Amore

Wir sitzen hier nur so rum und sehen hübsch aus

Wir sitzen hier nur so rum und sehen hübsch aus

Ich spreche kein Wort Italienisch, habe einen Orientierungssinn von hier bis zur nächsten Wand, bin frisch getrennt und war noch nie alleine im Urlaub. Was könnte schief gehen? Für die Reisereporter habe ich ein Roadtriptagebuch geschrieben. Über Rotwein und Raststättenromantik, Freiheit und Fahrzeugkontrollen und vor allem über: einfach mal keine Angst haben. Weiterlesen →

Gegen Hass im Netz: Der perfekte Anti-Troll

Im Juni hat der Bundestag ein Gesetz gegen Hasskriminalität im Internet beschlossen, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.  Der Umgang mit Hass und Hetze ist Thema in den Medien, in der Politik, in Stiftungen, Universitäten und bei Konferenzen. Es wird über Sinn und Unsinn des Gesetzes diskutiert, über die Verantwortung der Plattformen, der Nutzer, der Redaktionen und der Zivilgesellschaft.

Ich bekomme ständig Anfragen, auf irgendeinem Panel darüber zu sprechen, was man gegen Hass und Hetze im Netz machen kann. Endlich habe ich eine gute Antwort – die beste vielleicht: Wir brauchen mehr Menschen wie Wolf Melzer. Er ist pensionierter Lehrer und vor 56 Jahren aus der DDR geflohen. Im Schnitt kommentiert er täglich sechsmal in einschlägigen Onlineforen. Ich habe ihn getroffen. Er ist der perfekte Anti-Troll. Den ganzen Text gibt es auf Spiegel Online, hier.

Küssen kostet extra

Nur damit sich niemand beschweren kann, ich hätte nicht Bescheid gesagt:

ICH HABE EIN BUCH GESCHRIEBEN!! 

Es geht um Schnaps und Liebe, es geht um Freundschaft und starke Frauen.
Und ja, ich habe damals, als ich noch jung war, für ein paar Monate in einem Münchner Bordell hinter der Bar gearbeitet. Ansonsten sind aber sämtliche Parallelen zu meinem Leben oder echten Personen reiner Zufall.

INHALT: 
Ein Zettel an der Tür eines Bordells verändert alles: «Bardame gesucht», steht drauf und Fanny, Mitte 20 und chronisch pleite, nimmt den Job an. Eigentlich will sie Starreporterin bei der Münchner Morgenpost werden, der Chef schickt sie aber nur zu Terminen der Modellbahnfreunde Pfaffenwinkel. Der neue Job im «Lollipop» ist deutlich aufregender: Fanny freundet sich mit Bordell-Chefin Rosi und der Prostituierten Palina an. Was folgt ist ein Roadmovie, nur ohne Road. Ein Rot-Movie vielleicht, weil der Großteil des Romans im Rotlicht spielt. „Das Romanpersonal ist schrullig und dabei nur ganz selten ein wenig stereotyp, immer witzig und unbedingt liebenswert. Vor allem nämlich pflegt Carline Mohr einen Humor, der lustig und schön böse ist. Und sie kann ihn gut formulieren, ohne dabei ihre Figuren zu verraten.“ (Mopo)

Wenn ihr ein Buch haben möchtet und es lustig fändet, wenn ich „Kuss, Carline“, reinschreibe – sagt Bescheid. 

Warum ich einen Wutanfall hatte und jetzt „offiziell“ Feministin bin

Warum ich mich denn so aufregen würde, fragte mich gestern jemand, als ich mich bei Twitter über Blumenkleider und ältere Ehefrauen aufregte. Ja, warum eigentlich? Weil in den vergangenen Tagen ein Feuerwerk an Sexismus durch meine Timeline knallte, das mich fassungslos gemacht hat. Hier ein kleiner Ausschnitt aus den vergangenen drei (!) Tagen. Die damit endeten, dass ich meine Kurzbiografie bei Twitter angepasst habe. Ich bin jetzt „offiziell“ Feministin. Wurde auch Zeit.

Den ganzen Text gibt es bei Spiegel Online, hier.