Papa sagt: „Hallo Flüchtlinge, Ihr seid willkommen!”

Papa und ich

Papa und ich

„Deutschland ist kein Flüchtlingsland!“
„NEIN zum Heim!”
„Ihr seid hier nicht willkommen!“

So oder so ähnlich steht es auf den Plakaten, mit denen Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Deutschland begrüßt werden. Doch je lauter der rechte Pöbel wird, umso lauter wird es auch im Internet. Immer mehr Menschen positionieren sich öffentlich gegen diese Hetze. Und engagieren sich für die Geflüchteten. Das ist mein Gefühl. Und das ist gut. Die Aktion Blogger für Flüchtlinge – Menschen für Menschen versucht all diejenigen im Netz zu vereinen, die laut sein wollen. Die helfen wollen.

Vielen Dank für diese Idee, Nico Lumma, Stevan Paul, Karla Paul und Paul Huizing. Wer möchte, kann die Aktion unterstützen. Verwendet den Hashtag #BloggerfürFlüchtlinge. Spenden könnt ihr hier.

Bei der Aktion geht um die Frage: Warum müssen wir Flüchtlingen helfen? Warum sind Nazis scheiße? Wie können wir helfen?

Die Leute im Internet, die sich für die Beantwortung dieser Fragen stark machen, sind naturgemäß eher jung. Ich jedenfalls kenne keine über 70-Jährigen, die ihre gewaltige Online-Reichweite nutzen könnten, um bei so einer Aktion mitzumachen. Dabei haben auch sie etwas zu sagen. Gute, kluge, wütende Sätze.

Deshalb lasse ich an dieser Stelle meinen Vater Thomas Zander zu Wort kommen. Er ist 78 Jahre alt. Er hat keine Ahnung vom Internet. Aber er will mitmachen. Er will laut sein. Sich gegen den rechten Pöbel stellen. Und für Flüchtlinge eintreten.

Ich bin sehr stolz, die Tochter meines Vaters zu sein.

Vielen Dank an den großartigen @schmarsten für seine Geduld und dieses Video.

36 Gedanken zu “Papa sagt: „Hallo Flüchtlinge, Ihr seid willkommen!”

  1. Wie schön und bewegend! Hab’s gleich mal auf FB gepostet. Denn eine Pegida-Frau ist da mit unter meinen FB-Freunden, und ich weiss bis jetzt nicht, wie mit ihr umgehen.

      • Ich habe einen Kompromiss getroffen: Ich habe das Abo entfernt, bin aber noch befreundet, sodass Kommunikation noch möglich ist. Unter meine Sachen hat sie nämlich bis jetzt immer Gutes geschrieben.
        Und Leute einfach ausgrenzen? Wenn es mehrere wären, ja, weil der Diskurs meine Kräfte übersteigen würde, aber um eine kann ich mich bemühen. Ausgrenzen wäre das letzte Mittel.

  2. Danke für diesen Beitrag, der mir aus dem Herzen spricht. Ich möchte ergänzen, dass die moralische Verpflichtung m.E. nicht nur für Deutschland gilt und nicht nur wegen des Krieges. Auch in der derzeit reichen Schweiz sind vor nicht allzu langer Zeit viele Menschen ausgewandert. Nicht wegen des Krieges, sondern aus heute sogenannten “Wirtschaftlichen Gründen”. Vergessen wir nicht, dass die Schweiz einst mausarm war und reden wir nicht drüber, wie genau sie reich geworden ist. Sprechen wir darüber, was wir heute tun können. Danke Dir und Deinem Vater, dass Ihr das tut.

    • Zu den Hugenotten folgendes: im 17. Jahrhundert flüchteten in einem Zeitraum von 50 Jahren (!) 200.000 Menschen aus Frankreich in die Schweiz, nach England, Irland, in die Niederlande, ins HRR Deutscher Nation und nach Skandinavien.

      Ich finde, dass man das mit den heutigen Flüchtlingsströmen nicht vergleichen kann.

  3. Ja ! Genau: der alte Fritz ! Ich bin Friedrich-Verehrer ! Es ist egal, wer Du bist und woher Du kommst: du musst nur ein guter Bürger sein können ! Wir brauchen mehr Friederizianismus !

    • “alle Religionen Seindt gleich und guht wan nuhr die leüte so sie profesiren Erliche leüte seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land Pöpliren, so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen.”
      Der Alte Fritz

      Ja, ein tolles Beispiel :)

  4. Wie toll ist das denn? Ich bin sprachlos. Nicht nur klug der Mann, er kann sich auch wunderbar ausdrücken vor der Kamera. Und: Die Idee, Ü70er sprechen zu lassen, ist richtig gut, ebenso die Interviewführung. Respekt für Vater & Tochter!!

  5. Du kannst wirklich stolz auf Deinen Vater sein! Toller Mann! Ich hoffe nur, dass die Leute in den Regierungen der europäischen Länder seine Vorschläge realisieren, d.h. in die Tat umsetzen!! Grossartiger Mann Dein Vater!

  6. Ganz wunderbares Video, unbekannterweise ganz herzliche Grüße an deinen Papa, ich musste ein bisschen weinen am Ende. Weil alles so wahr ist, was er sagt und weil man dir die ganze Zeit ansieht, wie sehr du deinen Vater liebst.

    Danke.

  7. Wow! Ich bin sehr beeindruckt. Das ist Weisheit, wie sie wohl nur durch so ein langes und teilweise sehr schweres Leben entstehen kann.

  8. Pingback: Schon mal was über Flüchtlinge gebloggt? › netzexil.de

  9. Pingback: Freitags-Date | Lolle Pampolle

  10. Liebe Gemeinde, in Namen meines Vaters möchte ich mich ganz herzlich für diese sehr ergreifenden Kommentaren bedanken! Mir kamen auch die Tränen

  11. Pingback: #bloggerfuerfluechtlinge: Mit Gefühl, Mit Denken, Mit Machen | Carina Waldhoff – Beratung, Training, Coaching

  12. Frau Mohr ich beneide sie um das tolle Verhältnis zu ihren Eltern. Basierend auf ihren bisherigen Beiträgen halte auch ich sie für tolle Menschen, vielen Dank für diesen Beitrag.
    Mich stimmt traurig, dass viele jetzt im Zuge der Flüchtlingswellen durchgeführte Massnahmen an vielen Stellen auch bereits lange vorher sinnvoll gewesen wären. Und ein bisschen weniger Bürokratie bei der Ausschüttung von Sozialleistungen hätte den Verantwortlichen auch vorher bereits gut zu Gesicht gestanden.
    Ich darf die Hoffnung formulieren, dass sich die Einschätzungen ihres Vaters als richtig erweisen.

  13. Pingback: Refugees Welcome: Blogger für Flüchtlinge

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