Der Traum fährt mit

Alt und sperrig

Alt und sperrig.

(Kolumne erschienen bei Caramia, genau hier.)

„Und jetzt geht’s los“, freut sich die alte Lisbeth, streicht kokett über ihre Bluse, reicht mir ihren Gehstock und ein Reiseköfferchen und tritt das Gaspedal durch. Der Mietwagen macht einen verstörten Hüpfer und säuft ab. „Ähem“, sage ich. „Sie müssten den ersten Gang einlegen, nicht den sechsten. Wie lange sind Sie nicht mehr gefahren?“

Weiterlesen

Familienausflug ins Spaßbad

 

(Diese Kolumne ist erschienen bei Caramia genau hier.)

Zwischen Atomalarm, behinderten Dinosauriern und XXL- Damenbinden

Ein Auto bedeutet ja auch irgendwie Freiheit. Man kann ganz viele Sachen reinpacken und dann irgendwo hin fahren, wo man mit der Bahn vielleicht nicht so gut hingekommen wäre. Schon gar nicht mit den ganzen Sachen. Mit dem Auto ist alles viel unkomplizierter und man kann einen richtig schönen Familienausflug machen. Dachte ich. Weiterlesen

Eine Fahrt ins Blaue

(Diese Kolumne ist im Original erschienen bei www.caramia.de, genau hier.)

Manchmal bekomme ich beim Autofahren Herzklopfen. Wenn vor mir nur Himmel und Ferne sind und die untergehende Sonne dieses schräge Licht auf den Asphalt wirft. Wenn im Radio Van Morrison läuft, der Wind durch das geöffnete Fenster rauscht, wenn es nach Sommer und Freiheit riecht. Dann kommt dieses Gefühl: Dass alles möglich ist. Weiterlesen

Schweinkram an Silvester

„Wenn ich mit den Schuhen laufen kann, kann ich mit den Schuhen auch fahren!“ behaupte ich und gebe extra viel Gas. Der Motor heult, von den Reifen spritzt Schlamm. Das Auto bewegt sich keinen Millimeter. Wir sitzen fest. Im Graben. Im Nirgendwo in Brandenburg. Es ist Silvester kurz vor halb elf, bis zur Party sind es noch gute 20 Kilometer. Tom meint, dass ich wegen meiner Plateau-High-Heels nicht schnell genug auf die Bremse treten konnte und deshalb aus der Kurve in den Graben geschlittert sei. Weiterlesen

Warum Taxi fahren glücklich macht

„Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.“ Das hat der Literaturkritiker Reich Ranicki mal gesagt. Daran denke ich, als ich in der Morgendämmerung auf dem Bürgersteig sitze. Meine Wimperntusche ist verschmiert. Wahrscheinlich sehe ich aus wie die Horrorversion eines Zirkusclowns oder der Sänger von „The Cure“. Wenn nur endlich ein Taxi vorbeikäme. Dem Fahrer wäre es sicher egal.

Weiterlesen

Ohne Navi – Lost in Brandenburg

In der Zeit, die ich damit verbracht habe, mich restlos zu verfahren, hätte ich es locker einmal von Berlin nach München geschafft. Zu Fuß. Mein guter Freund Henning sagt immer: „Carlinchen, machen wir uns nichts vor. Dein Orientierungssinn geht von hier bis zur nächsten Wand.“ Das stimmt leider. Und leider gehört das auch zu den Dingen, die man durch pures Wollen nicht ändern kann. Ist wie mit Rhythmusgefühl oder gutem Geschmack – hat man oder hat man nicht. Weiterlesen

Warum mein Vater lieber über Autos als über Frauen redet

„Ein echtes Prachtstück!"

„Ein echtes Prachtstück!”

Mein Vater ist 1937 in West-Berlin geboren. Kurz nachdem die letzten Bomben auf die Stadt fielen, hat er seine Ausbildung als Kfz-Mechaniker begonnen. Er war einige Male verheiratet und hat sich noch öfter das Herz brechen lassen. Und er hat so ziemlich jedes Auto gefahren, bei dem ein Mann Gänsehaut bekommt.

Den größten Gefallen, den man meinem Vater machen kann: auf ein vergilbtes Foto an der Wand zeigen und fragen: „Was ist das noch mal für ein Auto?“ Dann zündet mein Vater sich mit glänzenden Augen eine Zigarette an und beginnt mit den Worten: „Das war ein echtes Prachtstück …”

Am liebsten erzählt er die Geschichte von dem Adler Trumpf Junior, der ihm Mitte der 50er bei der Eroberung dieser blonden Zahnarzthelferin helfen sollte („auch so ein Prachtstück“). Doch nur wenige Meter hinter der Vorstadtvilla ihrer Eltern, die strengen Blickes auf dem Balkon stehen, kracht der Adler zusammen. Achsenbruch.

Der Unterboden knallt auf die Straße, die Räder klappen nach außen. Mein Vater lacht. Das Ding hätte genauso gut brennend in einen Abgrund rollen können, an dessen Ende eine Dynamitfabrik steht. „Nüscht zu machen.“ Die Blonde aber klatscht in ihre zarten Zahnarzthelferinnenhände und flötet: „Jetzt mach doch was! Du hast das doch gelernt?!“ Es ist nie was geworden aus den beiden.

Den Rest der Geschichte gibt es bei www.caramia.de und zwar genau: HIER.

Foto: Anja Bleyl